CD der Woche
09.11. - 14.11.2009
Johann Melchior Molter: Orchesterwerke
Mit dem Main-Barockorchester Frankfurt
Es muss nicht immer Vivaldi sein, so das Credo des Main-Barockorchesters Frankfurt. Nach Hertel- und Fasch-Einspielungen ist nun die dritte CD des Ensembles erschienen und wieder sind darauf Werke eines eher unbekannten Komponisten zu hören:
Johann Melchior Molter
Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, stilistisch durch viele Studienreisen nach Rom Venedig allerdings deutlich italienisch beeinflusst. Der Großteil von Molters Werken ist nach dessen Tod 1765 in Vergessenheit geraten. Er schrieb Orchestersuiten, Solo-Konzerte, Sinfonien und erschuf sogar eine ganz eigene Gattung: die Sonata grossa, eine mehrsätzige Mischung aus Concerto grosso, Sonate und Sinfonie.
Das Main-Barockorchester Frankfurt
Seit zehn Jahren gibt es das Main-Barockorchester Frankfurt bereits. Die Besetzung ist in dieser Zeit nahezu die gleiche geblieben. Drei Konzertreihen werden pro Jahr erarbeitet und aufgeführt, denn alle Mitglieder spielen zusätzlich in vielen anderen Barockensembles. Für ihre neue CD haben sie sich Verstärkung von zwei Geigern geholt, damit der Eindruck eines Barockorchesters besser zur Geltung kommt. Ein Muss für das Barockensemble ist die Aufführung auf historischen Instrumenten.
Diese Aufnahme
versetzt den Hörer sofort mitten hinein ins Italien des 17. Jahrhunderts. Stellenweise erinnern die Stücke an Vivaldi, aber Molters eigener Stil ist unverkennbar. Elegant und anmutig kommt seine Musik daher. Das Main-Barockorchester Frankfurt versteht es genau, dieser Mischung aus Spätbarock und galantem Stil der Frühklassik die nötige Ausgewogenheit zu verleihen. Die ruhigen Stellen sind voll von zartem Klang, aber nie langweilig. Die schnelleren Stücke sprühen geradezu vor Lebens- und Spielfreude.
Ulrike Klobes, kulturradio
Stand vom 08.11.2009