Telemandolin © Edel Germany/ Montage: rbb
Bild: Edel Germany/ Montage: rbb

CD DER WOCHE | 26.06. - 02.07.2017 - Alon Sariel: " Telemandolin"

Pünktlich zum 250. Todestag von Georg Philipp Telemann hat der israelische Mandolinist Alon Sariel seine CD "Telemandolin" veröffentlicht.

Georg Philipp Telemann war einer der produktivsten Komponisten - er hat über 3.600 Werke komponiert. Allerdings ist keine einzige Komposition für Mandoline dabei. Alon Sariel hat seine ganz persönliche Telemann-Auswahl getroffen und den Telemann-Stücken durch seine Arrangements eine eigene Prägung geben.

Total verrückete Tonart

Das relativ kleine Mandolinen-Repertoire empfindet Alon Sariel nicht als Einengung, sondern als Herausforderung – und ist immer auf der Suche nach Stücken, die er für Mandoline bearbeiten kann, solo oder mit Ensemble. Dabei experimentiert er gern und lotet alle Möglichkeiten des Instrumentes bis an die Grenzen aus. So ist er bei der Suche nach einem virtuosen und abwechslungsreichen Konzert auf ein Violinkonzert in fis-Moll gestoßen. Fis-Moll - eine "total verrückte Tonart", die beim Arrangieren zu ungewöhnlichen Griffen auf der Mandoline und zu "harmonisch interessanten Dingen" führt. Genau das reizt Alon Sariel.

Gezupft und nicht gestrichen

Manchmal gefällt ihm seine eigene Bearbeitung sogar besser als das Original. Das ist zum Beispiel bei dem Satz "Rossignol" – Nachtigall  aus der Suite "La Bizarre" so. Georg Philipp Telemann hat diese Suite ursprünglich für Streicher und Basso Continuo geschrieben. Alon Sariel lässt alle Streicher pizzicato, also gezupft spielen. Das klingt wunderbar zart und fast wie ein Mandolinenorchester.

Flexibel, klar, intim

Begleitet wird Alon Sariel von Mitgliedern des Concerto Foscari - einem international besetzten Ensemble, das er selbst vor ein paar Jahren gegründet hat. Darin spielen Musiker, die er auf seinem Weg kennengelernt hat,  zum Beispiel während seiner Studienjahre in Jerusalem, Brüssel oder Hannover. Alon Sariel hat jede Stimme nur mit einem Instrument besetzt, eine gute Voraussetzung für Flexibilität und für einen klaren, intimen Klang.

Concerto Foscari musiziert auf barocken Instrumenten. Alon Sariel verwendet eine moderne Mandoline. Eine Extra-Anfertigung mit Doppelkorpus, dadurch klingt die Mandoline lauter, brillanter und mit längerer Resonanz. Genau das richtige Instrument für "Telemandolin", bei dem das große Klangspektrum und die stilistische Vielfalt Georg Philipp Telemanns voll zur Wirkung kommen.

Imke Griebsch, kulturradio