Arod Quartett: Felix Mendelssohn Bartholdy – Streichquartette; Montage: rbb
Bild: Erato

CD DER WOCHE | 30.10. - 05.11.2017 - Quatuor Arod – Mendelssohn

Die Debüt-CD zeigt das Arod Quartett auf dem Höhe- und vorläufigen Endpunkt seiner aufregenden Identifikation mit Mendelssohn

Als "Feuertaufe" empfindet das französische Arod Quartett seine erste CD. Nach Studium und Wettbewerben geht es nun darum, etwas von bleibendem Wert zu erschaffen. Dafür haben sich die vier jungen Musiker Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy aus verschiedenen Lebensphasen ausgewählt: Das jugendliche erste Quartett in a-Moll, das Quartett aus dem Jahr seiner Hochzeit op. 44 Nr. 2 und kleinere Stücke aus den letzten Lebensjahren. Als Bonus gibt es noch ein Lied mit der Mezzosopranistin Marianne Crebassa.

Quatuor Arod; Richard Dumas
Quatuor Arod; © Richard Dumas

Zusammengeschweißt in vielen Wettbewerben

Die vier Musiker sind Anfang Zwanzig und äußerlich so verschieden wie eine gecastete Boygroup: Ein selbstbewusster erster Geiger, ein schweigsam kluger zweiter Geiger, ein leicht exotisch wirkender vietnamesischer Bratscher und ein großer ruhiger Cellist. Gefunden haben sie sich vor vier Jahren am Pariser Conservatoire.

Zusammengeschweißt wurden sie in vielen Wettbewerben, zuletzt im ARD-Musikwettbewerb, den sie 2016 gewonnen haben.

Im ähnlichen Alter wie Mendelssohn bei der Komposition seines ersten Quartetts fühlen sich die vier Musiker ihm besonders nahe. Dieses Quartett war das erste Stück, das sei gemeinsam erarbeitet haben. Mit ihm hat das Arod Quartett wichtige Wettbewerbe gewonnen. Darüber hinaus ist es eine Hommage an ein anderes Lieblingsstück der Musiker: Beethovens spätes Streichquartett op. 132. Als sie das erkannten, war ihnen plötzlich klar, wie sie das Stück spielen wollten.

Aufregend

Der besondere Arod-Ton ist ein wenig heller und spitzer als gewohnt und kitzelt den Bewegungsnerv – Mendelssohn bekommt so einen regelrechten Energy-Drink verabreicht. Die vier Musiker, die über ihr Repertoire streng gemeinsam entscheiden, begreifen sich zugleich als Solisten und Kammermusiker -  frei und verbunden. Von Mendelssohn wollen sie nun erstmal eine Auszeit nehmen zu Gunsten von Bartók, Beethoven und Haydn. Die Debüt-CD zeigt das Arod Quartett auf dem Höhe- und vorläufigen Endpunkt seiner aufregenden Identifikation mit Mendelssohn.

Dirk Hühner, kulturradio