Capella de la Torre: Fire Music; Montage: rbb

CD DER WOCHE | 10. - 16.10.2016 - "Fire Music"

Keine festlichen Feuerwerksmusiken im Händelschen Sinne! Wenn auf der neuen CD der Capella de la Torre "fire" steht, ist damit schlicht der rote Faden des Programms benannt.

Alte Tänze stehen neben alten Gesängen und das Element Feuer kennt dabei viele Ausdeutungen: Im alten Liedtext vom "Feuersalamander" wird von brennender Liebe gesprochen, eine Chaconne aus dem 17. Jahrhundert bewegt sich im Text zwischen Himmel und Höllenfeuer, in geistlicher Musik flackert das Pfingstfeuer auf. Und auch Fackeln lodern, beim "Bransle de la torche", einem Tanz aus dem 17. Jahrhundert.

Von schönstem Klang

Für die Vorgänger-CD zum Element Wasser gab es gerade einen ECHO Klassik und auf gleichem Niveau präsentiert sich die Capella de la Torre mit ihrem Feuerprogramm. Doch feurig? Fehlanzeige.

Die Musik ist eher innig, manchmal tänzerisch und swingend und dabei von schönstem Klang. Neugebaute Instrumente der Renaissance-Zeit machen dies möglich und das Musizieren im vertrauten Kreis. Hinzu kommen bewährte Gastsänger und Sängerinnen, allen voran Cecile Kempanaers, die in vielen Alte-Musik-Ensembles gefragt ist. Kein Wunder, wenn ein Sopran so strahlt und sich dennoch in den Gesamtklang fügt.

Katharina Bäuml (Bild: capella-de-la-torre.de)
Katharina Bäuml; © Capella de la Torre

Und auch Katharina Bäuml singt – auf ihrer Schalmei. Die Musikerin nennt ihr Instrument gern die "Urgroßmutter der Oboe", mit ähnlichem Rohrblatt, aber ohne Klappen. Beim Ton macht Katharina Bäuml jedoch keine Kompromisse. Alte Musik muss perfekt klingen, sagt sie, wenn sie lebendig ins Heute geholt werden will.

Von Feuertanz bis Feuersalamander. Mit der Capella de la Torre können auch ruhige Renaissance- Klänge im Heute "zünden". Und wie passend: Der Feuersalamander ist sogar Reptil des Jahres 2016.

Ulrike Jährling, kulturradio

Capella de la Torre