Carl Philipp Emmanuel Bach: Flötenkonzerte mit Emmanuel Pahud; Montage: rbb

CD DER WOCHE | 07. - 13.11.2016 - Carl Philipp Emmanuel Bach: Flötenkonzerte

Das Musikleben am Hofe Friedrich des Großen wieder aufleben zu lassen – das ist Emmanuel Pahud vor einigen Jahren erfolgreich gelungen.

Damals hatte er Flötenkonzerte der wichtigsten Hofkomponisten und vom Preußenkönig selbst eingespielt. Auf seinem neuen Album hat sich der Soloflötist der Berliner Philharmonik jetzt mit einem dieser Komponisten und seinen Flötenkonzerten ausführlich beschäftigt, mit Carl Philipp Emanuel Bach. Auch dieses Mal begleitet ihn die Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Trevor Pinnock.

Der Visionär

Für Emmanuel Pahud ist Carl Philipp Emanuel Bach der Visionär unter den Bach-Söhnen, der das geordnete Musikleben seiner Zeit ordentlich aufgemischt hat: raus aus den strengen Regeln des Barock, hinein in die gefühlsbetonte Epoche der Empfindsamkeit.

28 Jahre stand Carl Philipp Emanuel Bach als Cembalist und Komponist im Dienst von Friedrich II. Für seine allabendlichen Konzerte auf Schloss Sanssouci brauchte der Flöte spielende König ständig neue Werke von seinen Hofmusikern.

Dabei interessierte es Carl Philipp herzlich wenig, dass der Preußenkönig kein großer Flötenvirtuose war. In seinen Konzerten geht es mitunter äußerst turbulent zu – ein Grund, warum Carl Philipp Emanuel Bach nicht unbedingt zu den Lieblingskomponisten von Friedrich II. gehörte.

Emmanuel Pahud; Foto: © Warner Classics/Fabien Monthubert
Emmanuel Pahud; © Warner Classics/Fabien Monthubert

Leicht und unbeschwert

Drei Flötenkonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach hat Emmanuel Pahud auf seiner neuen CD eingespielt. Neben dem vorpreschenden a-Moll-Konzert, besticht vor allem das d-Moll-Konzert mit seinem betörend schönen zweiten Satz.

Das G-Dur-Konzert schließlich ist das technisch anspruchsvollste Werk auf dem neuen Bach-Album, das treibt sogar einem so versierten Flötisten wie Emmanuel Pahud die Schweißperlen auf die Stirn. Bei ihm klingen diese Stellen leicht und unbeschwert.

Die Kammerakademie Potsdam erweist sich dabei als passender Begleiter, der zurückhaltend, aber trotzdem präsent, Pahuds Virtuosität unterstreicht.

Ulrike Klobes, kulturradio