Pierre Boulez Saal: Daniel Barenboim im Saal; © Carsten Kampf
Bild: Carsten Kampf

Fr 21.04.2017 - Barenboim befürchtet Zunahme des Nationalismus in Europa

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim hat vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich vor einer weiteren Stärkung des Nationalismus in Europa gewarnt.

Er sagte, Nationalismus sei ein Ausdruck des Unbehagens mit der Globalisierung, aber er sei das Gegenteil von wahrem Patriotismus. Barenboim fügte hinzu, er könne zwar den Unmut vieler französischer Wähler mit den bisherigen Regierungen in Paris nachvollziehen. Ein nationalistischer Rückschlag wäre aber fatal für Europas Zukunft.

Die EU habe die Idee eines europäischen Kulturraums aufgegeben. Barenboim sagte, das habe nichts mehr mit den Vorstellungen Mitterrands und Kohls zu tun. Der ursprüngliche Gedanke, dass sich etwa Franzosen und Deutsche auch über ihre Kultur verständigen und besser kennenlernen sollten, "über Beethoven und Thomas Mann, über Ravel und Baudelaire", sei einer rein wirtschaftlichen Ausrichtung gewichen. Der Euro alleine reiche aber nicht aus.

In Frankreich wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Der Sozialliberale Macron und die Rechtspopulistin Le Pen lagen in Umfragen zuletzt vorn.