Do 07.12.2017 - Gedenktafel für Brecht-Schauspielerin Carola Neher

Eine Gedenktafel erinnert an die Brecht-Schauspielerin Carola Neher, die 1942 in einem sowjetischen Arbeitslager umkam.

Die "Berliner Tafel" am Wohnhaus Fürstenplatz 2 in Berlin-Charlottenburg wurde heute von Kultursenator Klaus Lederer enthüllt.

Die Laudatio hielt der Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs an der Akademie der Künste Berlin, Erdmut Wizisla, wie die Kulturverwaltung mitteilte.

Neher wurde 1900 in München geboren. Berühmt wurde sie als Polly in Bertolt Brechts "Dreigroschenoper". Ihren ersten Erfolg feierte sie bereits 1925 mit der Uraufführung des Stücks "Der Kreidekreis", das ihr erster Ehemann und Schriftsteller Klabund (Alfred Henschke) geschrieben hatte. Neher galt als eine Stilikone ihrer Zeit.

Weil Neher der Kommunistischen Partei nahestand, verließ sie Deutschland 1933 nach der Unterzeichnung eines Aufrufs gegen Hitler. Im Moskauer Exil wurde sie 1937 in einem Schauprozess als "Trotzkistin" zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Fünf Jahre später starb sie mit 41 Jahren im Lager Solilezk bei Orenburg an Typhus.

Im Berliner Ortsteil Hellersdorf erinnert bereits seit 1992 eine Carola-Neher-Straße an die Schauspielerin.