Raphael Honigstein: Die größten Schätze aller Zeiten © Kleine Gestalten
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Ab 8 Jahren - Raphael Honigstein: "Die größten Schätze aller Zeiten"

Goldgräberstimmung im Kinderzimmer ist mit diesem erzählenden Sachbuch garantiert! 23 Fälle rund um Schätze, Schatzsucher, Diebe und Abenteurer sind hier zu entdecken, eine Reise durch Zeit und Welt.

Sie beginnt vor dreihundert Jahren mit der packenden Geschichte des Piratenschiffes Whydah, der gesunkenen Galeere des berüchtigten Piraten Black Sam. Erst viele Jahrzehnte später konnte sie geborgen werden und offenbarte nicht nur den größten Piratenschatz aller Zeiten, sondern auch tausende Gegenstände, die über den Piratenalltag damals Auskunft geben, und sogar die Knochen eines etwa elfjährigen Jungen, der ein Kinderpirat gewesen sein muss. Gruselig! Das packt heutige Kinder sofort, denn das hat unmittelbar mit ihnen zu tun.

Von Fall zu Fall

Ähnliche Aspekte auf kindlicher Augenhöhe sucht Autor Raphael Honigstein immer wieder heraus, um zu den sehr unterschiedlichen Fallbeispielen zu führen: der Schatz der Nibelungen, die Steinzeitmalereien in der Höhle von Lascaux, die Fabergé-Eier, das Bernsteinzimmer oder die Berliner Tresorknacker, die Gebrüder Sass.

Anstelle eine klassischen Inhaltsverzeichnisses öffnet sich beim Aufschlagen des Buches eine Doppelseite mit einer Welt-Schatzkarte. Hier werden alle vorgestellten Schätze, Rätsel und Ereignisse mit Symbolbild, Titel und Seitenzahl gezeigt. Intuitiv können Kinder das Schmökern beginnen und von Fall zu Fall springen, denn jeder steht für sich und wird kompakt auf jeweils vier Seiten zusammengefasst.

Er wird zeitlich eingeordnet und aufs Wesentliche, Spannendste reduziert erzählt. Das Buch endet aufregend mit dem Stein von Rosetta. Dieser zufällige Fund war der Schlüssel zur Sprache der Pharaonen, mit ihm gelang es, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. Das fasziniert nicht nur Kinder mit einem Faible für Geheimsprachen und rätselhafte Codes. Es animiert wohl alle, in der eigenen Umgebung ganz genau hinzugucken. Wer weiß, vielleicht macht man ja selbst den nächsten spektakulären Fund?

Unbedingt empfehlenswert

Illustratorin Caroline Attia hält die Geschehnisse in ansprechend warmen, gedämpften Farben fest. Mal hebt sie Details großformatig hervor, mal eine Schlüsselszene oder sie lässt die Betrachter in den gewitzten Gesichtern so mancher Figur lesen. So ist das Buch ein toller Türöffner, um das historische Interesse bei Kindern zu wecken. Einziges Manko liegt in Schriftart und -größe. Die sehr kleinen und ungebräuchlichen Buchstaben machen Achtjährigen das Selberlesen nicht leicht. Aber als Familienbuch zum Vorlesen und gemeinsamen Stöbern ist es unbedingt empfehlenswert!

Sonja Kessen, kulturradio