Mikael Engström: Kaspar, Opa und der Schneemensch; Montage: rbb
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Ab 7 Jahren - Mikael Engström: "Kaspar, Opa und der Schneemensch"

"Jeder sieht, was er sehen will", sagte Großvater, der für Verrücktheiten wie Schneemenschen, Seeungeheuer und all so was nichts übrig hatte.

Großvater hat leicht reden, er hat schon viel von der Welt gesehen. Enkel Kaspar hingegen weiß noch nicht so viel und hält daher allerhand für möglich. Auch Schneemenschen und Unterwelten. Jedenfalls, solange er keinen Gegenbeweis gefunden hat.

Kaspar und Großvater leben zusammen in einem kleinen Haus am Rande eines Dorfes. Es ist klirrend kalter Winter, der Schnee liegt hoch und Weihnachten steht vor der Tür.

Tag für Tag schnitzen sie Holzpferdchen, mit deren Verkauf sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Wenn aus dem Schornstein der alten Isabel kein Rauch kommt, fahren sie mit dem Tretschlitten hin und bringen ihr Feuerholz. Sie klauen sich einen Weihnachtsbaum aus Åhmans Wald, weil Bäume nun mal niemandem als sich selbst gehören. Machen ihre Einkäufe im Dorfladen von Atom-Ragnar (der so heißt, weil er nicht an die Existenz von Atomen glaubt. Und da ist noch Kaspars Freundin Lisa, die schon in der Vierten ist.

Mikael Engström © dtv
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Alles wie immer.

Doch dann kommt Großvaters Schwester zu Besuch, eine resolute Anhängerin der Heilsarmee, die genau weiß, was gut und richtig ist, und keinen Moment zögert, Kaspars und Großvaters Leben total umzukrempeln. Sie räumt und putzt, hängt Vorhänge auf und verbietet Großvater Bier und Schnupftabak. Außerdem führt sie Tischgebete ein und die biblische Schöpfungsgeschichte – und bringt damit Kaspar total ins Grübeln.

Spannend, humorvoll und geistreich erzählt

Und genau darum geht es in diesem Buch: Wie der kleine Junge allein und mit Hilfe seiner Freundin Lisa versucht, sich in die unterschiedlichen Weltanschauungen der Menschen seiner Umgebung hineinzudenken und sich einen eigenen Reim darauf zu machen. Das ist spannend, humorvoll und geistreich erzählt, voller verblüffender Einfälle, mit denen der Autor nicht nur den kleinen Kaspar, sondern auch seine LeserInnen zum Nachdenken anregt.

Zu diesem Buch gibt es einen Vorläufer - dasselbe Personal,  derselbe Ort, nur im Sommer: "Kaspar, Großvater und der Monsterhecht" –, das man aber nicht kennen muss, um an diesem zweiten Band Freude zu haben. Ein dritter ist in Vorbereitung.

Heike Brandt, kulturradio