Magnus Myst: "Das kleine Böse Buch"; Montage: rbb
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Ab 8 Jahren - Magnus Myst: "Das kleine Böse Buch"

Ein Buch, das vor Ideen nur so sprüht und Kinder begeistern wird.

Wer glotzt einem da auf dem dunklen Cover mit grünen Kulleraugen, spitzen Beißern und ratlos-zerknirschtem Gesichtsausdruck entgegen? Kein Monster, sondern das kleine Böse Buch persönlich. Als Hauptperson seiner eigenen Geschichte zieht es seine jungen Leser sofort in sein Dilemma, denn es braucht ihre Hilfe: Es möchte ein großes Böses Buch werden.

Gefragt sind unerschrockene Lektüre und kluge Kombinationsgabe

Dazu muss es Leser haben, die ihn durch unerschrockene Lektüre und kluge Kombinationsgabe zu wahrer Größe verhelfen. Um die Leser bei Laune zu halten, greift das Buch tief in die Trickkiste. Aufgaben, Rätsel, Schadenfreude und Provokationen, ein literarisches Labyrinth mit falschen Ansätzen sowie Zaubersprüche, die man herausfinden muss, um in der Handlung weiterzukommen, das sind nur einige Mittel, die jedes neugierige Kind gleich packen.

Wer will einen so spannenden Leseauftrag nicht lösen können? Und haben Buch und Kind nicht den gleichen Wunsch: endlich groß zu werden? Lange genug hat das kleine Böse Buch zwischen dicken Wälzern in der Bibliothek gesteckt, um nicht zu wissen, welchem Genre es angehört. Und so werden die vielen kleinen Spielereien gesättigt mit längeren Schauergeschichten. Mal platzt das Ballon-Mädchen Clara, mal verübt Albert echt böse Streiche, mal raunt der junge Finster aus dem Kerker des Buches, in dem er darben muss, weil ihm die Aufgaben nicht gelungen sind …

Ein gelungenes Buch für ungeübte und erfahrene Leser

Autor Magnus Myst gelingt ein Buch für eine heterogene Leserschaft. Es ist literarischer Türöffner für Kinder, die noch wenig alleine lesen und vor komplexen linearen Stoffen scheuen. Sie werden sich auf die spielerische Leichtigkeit und die episodenhafte Spannung einlassen. Kinder, die schon gerne und eigenständig lesen, erleben zur Abwechslung ein interaktives Leseabenteuer.

Hinter dem magisch-mystischen Pseudonym steckt Autor Marc Hotz. Sein vielfältiger Zugang zur Welt spiegelt sich hier wider. Er hat Biochemie, Psychologie, Film & Medien studiert und arbeitet als Drehbuchautor, Spieleentwickler, Texter, Übersetzer und Kinderbuchautor.

Kein Wunder, dass sein Buch nur so vor Ideen sprüht und er auch das Lob nicht vergisst, für alle, die wieder eine Etappe geschafft haben. Mit der Gestaltung durch Illustrator Thomas Hussung kommt das kleine Böse Buch bestens zur Geltung. Pergamentartige Seiten, ausdrucksstarke Figuren, unterschiedliche Schrifttypen – auch dies ein Feuerwerk an Einfällen, das Kinder begeistern wird.

Sonja Kessen, kulturradio