Saskia Hula und Aljoscha Blau: "Die 7 Leben meiner Katze"; Montage: rbb | Nilpferd Verlag
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Ab 7 Jahren - Saskia Hula und Aljoscha Blau: "Die 7 Leben meiner Katze"

Saskia Hulas Geschichte vom Tod und den sieben Leben einer Katze ist traurig und zugleich komisch, hintergründig und voller überraschender Wendungen, eine wunderbare Mischung aus Traum und Wirklichkeit.

Vor den Augen des kleinen Mädchens wird ihre kleine Katze vom Auto des neuen, jungen Briefträgers totgefahren.

Der Vater gräbt ein Loch in die harte Wintererde, das Mädchen legt das tote Tier noch ins Grab, dann wird sie sehr krank. Als sie fiebernd im Bett liegt und mit der Fellbüschelmaus der Katze spielt, fällt ihr, nein, fällt der toten Katze ein, dass sie ja sieben Leben hat, und so erscheint sie wieder als kleine Maus. Das Mädchen ist glücklich.

Sechs Leben

Das Frühjahr kommt, das Mädchen wird gesund, und die Maus möchte unbedingt raus aus dem Haus. Und schon macht der Hund des neuen Briefträgers ihrem Leben ein Ende. Das war aber erst das zweite Leben.

Aus der Maus wird ein Elefant, weit weg in Afrika, doch leider macht der Briefträger eine Safari dorthin und erschießt den Elefanten.

Im vierten Leben wird die Katze zur Giftschlange, die dem Briefträger einen tödlichen Biss verpassen will. Doch weil der wegen seiner illegalen Elefantenjagd im Gefängnis ist, wartet die Schlange vergeblich. Schließlich vertrocknet sie in der Wüste. Schließlich wird die Katze noch zur Eisbärin und zur Kaninchenmutter.

Das siebente Leben

Im siebten – und nun mehr letzten! – Leben erscheint die Katze als Störchin, und zwar ganz in der Nähe des Mädchens.

Neben der  Störchin klappert ein junger Storch, beide bauen ein Nest und ziehen Junge groß. Wer genau hingeguckt hat, hat am Anfang der Geschichte auf der Tapete des Kinderzimmers fliegende Störche gesehen. Es ist Herbst geworden, Zeit für die Störche, in den Süden aufzubrechen. Das Mädchen sieht ihnen nach, wie sie immer kleiner und kleiner werden und schließlich in den Wolken verschwinden.

Ende und Neuanfang

In genau dem Moment biegt das gelbe Postauto um die Ecke. Das Mädchen will schnell weg, weil es den neuen Briefträger immer noch nicht leiden kann, da sieht sie gegenüber auf der anderen Seite der Straße ein kleines Kätzchen, das furchtlos und neugierig auf sie zu läuft.

Aber diesmal hält das Postauto rechtzeitig, die kleine Katze schmiegt sich an die Hand des Mädchens und lässt sich umstandslos ins Haus tragen. Das Ende wird zum Neuanfang.

Die in gedeckten Farben gehaltenen Illustrationen von Aljoscha Blau sind großflächig, stehen ausgeschnitten frei, mitunter montiert auf weißem Grund, spielen das Spiel der Fantasie auf der visuellen Ebene weiter, kongenial zum Text.

Heike Brandt, kulturradio