Das Gedicht der Woche - Kurz und Gut

Dichterinnen und Dichter von heute lesen radiophone Gedichte. Und vermitteln damit eine Wochenration Reim, Rhythmus und Wohlklang.

Komische, merkwürdige, musikalische und elegische Gedichte von F.W. Bernstein und Nora Gomringer bis Ilma Rakusa und Wiglaf Droste.

Kurz und dicht statt lang und verlabert.

F. W. Bernstein

F. W. Bernstein
F. W. Bernstein
F.W. Bernstein: "Hab keine Romane geschrieben; keine einzige Sinfonie. Mein Umsturz ist Stückwerk geblieben; wie meine Tanztheorie."

Bas Böttcher

Bas Böttcher; Foto: Privat
Bas Böttcher: "War Staub der Schnee der Hitze? Die Zierde der Ritze? Die Mahnung, nicht zu vergessen? Die Ahnung, nichts bleibt außer Resten?"

Wiglaf Droste

Wiglaf Droste: "Die Liebe ist manchmal ein Messer und schneidet in Herz, Fleisch und Blut. Und du bist kein bißchen besser Und tust mir trotzdem so gut."
Wiglaf Droste; Foto: privat
privat

Tanja Dückers

Autorin Tanja Dückers im kulturradio-Studio; Foto: Carsten Kampf
Tanja Dückers: "Als der Zug auf einmal/anhält und niemand/weiterweiß blicke ich auf/die Linien meiner Fingerkuppe/ein Strudel was will ich alles wissen/über mein Herz oder die Galaxie"

Nora Gomringer

Nora Gomringer: "Schauen Sie her! Lesen Sie selbst!/Erst wird aufgezählt und dann gereimt!"
Nora Gomringer auf der Herbstmesse in Basel, 2015; © Lucian Hunziker
Lucian Hunziker

Thomas Gsella

Thomas Gsella: Und wie schön ist dieses Lieben, Und wie schön, es macht nicht dumm: Und der Jahre sind noch sieben, Und nach sieben sind sie um."
Satiriker Thomas Gsella, Leipzig 2009; Foto: © imago/STAR-MEDIA
imago/STAR-MEDIA

Martin Jürgens

Martin Jürgens; © ECM
ECM
Martin Jürgens: Es ist als hätt / Ich wär wer / Weiß wie tief / Im tiefsten aller Gründe / Im tiefsten Konjunktiv

Björn Kuhligk

Lyriker Björn Kuhligk im kulturradio-Studio; Foto: © Carsten Kampf
Björn Kuhligk: "die Möwen liegen im Wind, das Meer spuckt Krebse aus, die Schaukel am Strand der wohltemperierte Sand, die Hand die greift, ist immer zu langsam"

PeterLicht

Indie-Pop-Musiker und Autor PeterLicht, Köln 2015; © imago/Horst Galuschka
imago/Horst Galuschka
PeterLicht: "und alles was ist dauert drei Sekunden: eine Sekunde für vorher eine für nachher und eine für mittendrin"

Dirk von Petersdorff

Dirk von Petersdorff; © Universität Jena
Universität Jena
Dirk von Petersdorff: "Wir nach der Schule auf dem Weg zum Bus und angeln aus der Tüte Gummitiere: Die Fledermäuse geben Zungenkuss, die saure Gurke, die ich neu probiere."

Ilma Rakusa

Ilma Rakusa; Foto: © Giorgio von Arb
rbb KulturRadio
Ilma Rakusa: "schaue das Meer/rieche das Gras/kränke kein Kind/iss keinen Fraß

Monika Rinck

Die Schriftstellerin Monika Rinck - Foto: privat
Monika Rinck: "Hark. Hark. Hark. Schamane der Versteinerung. Der junge Mann begegnet mir als alter Mann und schaut mich mit dem Vogel an."

Ulrike Almut Sandig

Ulrike Almut Sandig: "leg dein Ohr aufn Sportplatz den Beat aller Züge unter den Stollen der Spieler von Türkyemspor pst! hörst du den auch?"
Ulrike Almut Sandig; Foto: © Ludwig Rauch

Ror Wolf

Schriftsteller Ror Wolf in seiner Wohnung, Mainz 2008; Foto: © dpa-Bildfunk
dpa
Ror Wolf: "Das Wetter ist dumpf oder heiter, am Abend veränderlich. Das geht nun immer so weiter, und wenn das nicht geht, dann geh ich."

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