Thomas Kaufmann © Adrienne Lochte
Adrienne Lochte
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- Thomas Kaufmann: Ein feste Burg ist unser Luther?

Kirsten Dietrich im Gespräch über die Reformationsgeschichte

2017 ist das Jahr, in dem wohl niemand an Martin Luther vorbeikommt – und sei es im Vorübergehen am Riesenplakat mit dem Reformator an einem Kirchturm.

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine grundlegend andere Sicht auf den bis dato üblichen Ablasshandel zur Vergebung der Sünden. 500 Jahre Reformation: nur ein Anlass zum Feiern, mit dem Kirchentag im Mai in Berlin und Wittenberg als Höhepunkt? Luther als feste Burg? Oder sollte die kritische Auseinandersetzung mit der Reformation im Vordergrund stehen, die Frage nach der Rolle Luthers und seinen Ausfällen gegen Juden und Andersdenkende?

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann beschäftigt sich seit langem mit der Reformation und mit Luther – engagiert und streitbar. „Eine ‚deutschere‘ Gestalt als Luther hat es schwerlich gegeben“, sagt er in seinem jüngsten Buch. Und sortiert dann, was genau neu ist an der Reformation, was deutsch und was einer allgemeinen Sehnsucht nach Veränderung entsprang.