kulturradio-Motiv: Schnecke_Mund; Bild: rbb

- Von einem, der auszog

Fred Wander im Porträt
Zum 100. Geburtstag

Von Uta Beth

"Heute beobachte ich diese Welt mit jenem Gleichmut, den ich in den Lagern erworben hatte, mit Abstand und Gelassenheit. Jene Einstellung, die man nie wieder loswird. Ich gehörte nicht dazu. Ich gehörte niemals irgendwo dazu." schrieb einst Fred Wander im Rückblick auf sein Leben.

Wander, geboren 1917, floh als Jugendlicher aus Wien vor dem immer stärker werdenden Antisemitismus, ging über die Schweiz nach Frankreich, wurde dort interniert. Nach Deutschland ausgewiesen, erlebte er das Kriegsende im Konzentrationslager Buchenwald.

Nach dem Studium am Leipziger Literaturinstitut zog er 1958 nach Ostdeutschland, wohnte und arbeitete zusammen mit seiner Frau Maxie Wander in Kleinmachnow bei Berlin. Er wählte die DDR, weil er von einer humanistischen Gesellschaft träumte. Fred Wander starb am 10. Juli 2006 in Wien.

Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: MDR 1999