Haiti - Port au Prince © imago/IP3press
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- Paradis, Paradis

Haiti, die Blauhelme und die Cholera

Von Jenny Marrenbach

Haiti, Oktober 2010. Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben treten in der kleinen Stadt Mirebalais die ersten Cholerafälle auf. Die Krankheit verbreitet sich innerhalb kurzer Zeit im ganzen Land. Mehrere unabhängige Forscherteams suchen den Ursprung der Epidemie. Sie kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Die Bakterien gehen auf unsachgemäß entsorgte Fäkalien aus dem Lager von Blauhelm-Soldaten zurück.

Offiziellen Statistiken zufolge sind bislang 10.000 Menschen gestorben, über eine halbe Million sind infiziert. Haitianische Menschenrechtsanwälte strengen einen Prozess gegen die Vereinten Nationen an, der international für Aufsehen sorgt. Sie fordern Wiedergutmachung für die Opfer und eine offizielle Entschuldigung der UN.

Am 18. August 2016 bekennt sich die UN tatsächlich zu ihrer Verantwortung: Es gäbe großen Handlungsbedarf, sagt ein Sprecher der Vereinten Nationen. Doch schon einen Tag später ist klar: Einen Präzedenzfall wird es nicht geben. Vor Gericht bleibt die UN immun. Eine Recherche unter Opfern und Tätern.

Regie: die Autorin
Produktion: DLF/NDR 2016