Bauarbeiter auf einer Baustelle der Philipp Holzmann AG © imago/Olaf Döring
© imago/Olaf Döring

- Von der Kreuzmühle zum Baukoloss

Die Philipp Holzmann AG - Eine Firmengeschichte

Von Paul Kohl

1999 feiert der zweitgrößte deutsche Bau-konzern Philipp Holzmann prunkvoll sein 150-jähriges Bestehen. Die 30.000 Beschäftigten sind stolz auf ihr weltweit tätiges Unternehmen. Zu seinen gigantischen Bauten zählen u. a. der Elbtunnel in Hamburg, der Sariyar-Staudamm in der Türkei und das Sportstadion in Riyad. Sie wissen nicht, was die Vorstände und Aufsichtsräte seit vier Jahren vertuschen: Holzmann ist pleite. Ein Monat später wird der Bankrott durch Missmanagement und unüberschaubar viele Niederlassungen und Anteilsbeteiligungen öffentlich. Die Gläubigerbanken halten sich mit weiteren Sanierungskrediten zurück, erst Bundeskanzler Schröder kann sie mit einer viertel Milliarde Bundesmitteln doch dazu bewegen. Weitere Defizite werden bekannt. Die Deutsche Bank, größter Kreditgeber und zweitgrößter Anteilseigner, plant nun Teile des Konzerns radikal zu veräußern und nur das Rumpfgeschäft beizubehalten. Doch wer will die defizitären Glieder kaufen?

Holzmann: Ein Lehrstück, wie maßlose Expansion in den Ruin führen kann.

Regie: Wolfgang Bauernfeind
Produktion: SFB-ORB/MDR 2000