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- Die Teufelsknolle

Kartoffelgeschichten

Von Gerhard Pötzsch

Gekocht, gebraten und gerieben gehört sie zu unserem täglichen Leben: die Kartoffel. Doch was uns heute selbstverständlich erscheint, hat eine lange Geschichte. Dem "sea dog" Walther Raleigh und nicht, wie fälschlicherweise über Jahrhunderte kolportiert, Francis Drake, gebührt die Ehre, die Knolle 1581 nach England gebracht zu haben. Seine Motivation: die der Kartoffel zugeschriebenen "Venus befeuernden Wirkung".

Ehe sich die Kartoffel in Europa jedoch als Nahrungsmittel durchsetzen konnte, brauchte es mehr als 200 Jahre. Gelehrte warnten eindringlich vor dem Verzehr der giftigen Früchte. Gegen sie wiederum argumentierten die Kartoffelbefürworter unter den gebildeten Ständen.

Immer wieder entfachten Adel und Künstler Diskussionen um deren gezielten Anbau als Nahrungsmittel. Denn wie sagt eine alte Volksweisheit so schön: "Wer Kartoffeln isst, wird eher satt als wer Braten essen sieht."

Regie: Wolfgang Rindfleisch
Produktion: MDR 2008