Asche zu Asche: Urnenwand auf dem Jerusalem-Friedhof in Berlin; © imago
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- Asche zu Asche

Eine Kulturgeschichte der Feuerbestattung

Von Kirsten Heckmann-Janz

Nach mehrtägiger erregter Debatte verabschiedete das Preußische Abgeordnetenhaus im Mai 1911 das "Gesetz, betreffend die Feuerbestattung". Da dauerte der Streit um die Einäscherung schon einige Jahrzehnte. Im christlich geprägten Europa galt sie als ein "heidnischer" Brauch, denn die Auferstehung – so die Kirchenmeinung – war ohne den Körper nicht denkbar.

Mit der Industrialisierung und mit wachsender Bevölkerungszahl fand die Feuerbestattung als platzsparende und hygienische Form der Beisetzung immer mehr Fürsprecher. Das erste Krematorium im Deutschen Reich wurde 1878 in Gotha eingeweiht. Heute sind nur noch rund die Hälfte der Beisetzungen in Deutschland Erdbestattungen.

Regie: Nikolai von Koslowski
Produktion: MDR 2011