- Festhalten oder Loslassen?

Neue Wege in der Trauerarbeit
Von Friederike Wyrwich

Stirbt ein naher Angehöriger, spüren viele Trauernde eine enge innere Verbindung zu ihrem Verstorbenen und halten so über den Tod hinaus an ihm fest. Das erleichtert es zunächst, mit dem Verlust des geliebten Menschen umzugehen und auch die Umwelt hat eine Weile Verständnis, dass so etwas Zeit braucht.

Doch irgendwann soll Schluss mit der Trauer sein, die Hinterbliebenen müssen sich von dem Toten lösen, mahnen herkömmliche Ratgeber. Das lehnen viele Angehörige für sich ab. Aber wie sollen zum Beispiel Menschen, die ihren Lebenspartner verloren haben, nach vorn schauen können und offen sein für eine neue Liebe, ohne loszulassen? Neue Ansätze, wie die des Psychologen Roland Kachler, plädieren dafür, einen „sicheren Ort“ für den Verstorbenen zu finden, um am Ende zwar die Trauer, aber nicht die geliebte Person gehen zu lassen.