Literaturagentin Karin Graf; © imago/Christian Kielmann

- Im Fadenkreuz der Bücher

Die Rolle von Literaturagenturen

Eine Sendung von Christine Deggau

Vor 15 Jahren galten sie bei uns noch als Exoten, heute sind sie die heimlichen Macher des Buchmarktes: Literaturagenturen. Sie sind das Bindeglied zwischen Autoren und Verlagen – mittlerweile sind sie aus der Branche nicht mehr wegzudenken.

Als Karin Graf in den Neunzigerjahren eine der ersten großen Literaturagenturen in Deutschland aufbaute, waren die ersten Reaktionen eher belustigt. Ihre Agentur in Berlin-Charlottenburg gehört inzwischen zu den bekanntesten und renommiertesten. Sie betreut u.a. Autoren wie Navid Kermani, Hans-Hosef Ortheil, Judith Schalansky oder Ruth Klüger.

Für Autorinnen und Autoren ist eine Agentur in vielerlei Hinsicht wichtig: für das Lektorat, für das Aushandeln von guten Vorschüssen, bei Rückschlägen, aber auch bei Erfolg, wenn der Buchmarkt plötzlich die Scheinwerfer auf einen richtet. Viele Autoren beschreiben ihre Agentur wie einen Puffer, der schützend zwischen dem Schreiben und der Branche liegt.

Elisabeth Ruge, die mit ihrer Agentur am Berliner Hackeschen Markt sitzt, ist bekannt als Agentin, die sich auch um das psychische Wohlergehen ihrer Autorinnen und Autoren kümmert – die frühere Lektorin und Verlegerin hat Autoren wie Jan Wagner, Jonathan Litell, Frank Witzel oder Swetlana Alexijewitsch unter Vertrag.

Der KULTURTERMIN LITERATUR erzählt vom Suchen, Finden und Lesen, lässt Agentinnen zu Wort kommen und Autoren: Julie von Kessel, Susanne Kippenberger, Heike Melba-Fendel und Hannes Köhler berichten, warum sie die Arbeit mit Agenturen schätzen, und Ingo Schulze erklärt, warum er irgendwann entschieden hat, auf eine Agentur zu verzichten.

Aus Verlagssicht berichten Andreas Rötzer von Matthes & Seitz und Reinhard Rohn vom Aufbau Verlag. Was alle eint: die Liebe zur Literatur.


Produktion: kulturradio vom rbb, 2017
Regie: Michael Meyer