Sasha Marianna Salzmann; © Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

- Das literarische Gespräch

Anne-Dore Krohn im Gespräch mit Sasha Marianna Salzmann über "Außer sich"

In "Außer sich" erzählt Sasha Marianna Salzmann die Geschichte von Ali, die nach Istanbul fährt, um ihren verschollenen Bruder Anton zu finden, vom dem sie nicht mehr hat als eine Postkarte aus der Türkei. Die Reise wird zu einer Suche nach ihrer eigenen Identität, nach einer Selbstbestimmung, die sich über Geschlechtergrenzen hinweg bewegt – so dass sich aus Ali am Ende des Buches eine andere Version entwickelt hat, die keine junge Frau mehr ist, sondern ein junger Mann.

Wer bin ich, wer will ich sein?

Sasha Marianna Salzmann, 1985 in Wolgograd geboren, ringt in diesem Debüt kunstvoll um Entgrenzungen des Denkens und gräbt sich dabei tief hinein in die Geschichte einer jüdischen Familie, die wie ihre eigene als Kontingentflüchtlinge von Moskau nach Deutschland auswanderte. Ein Familien- und Entwicklungsroman, der wichtige Fragen stellt: Wer bin ich, wer will ich sein, wie lassen sich Grenzen geographischer, geschlechtlicher oder sprachlicher Natur überwinden?

Im literarischen Gespräch spricht Sasha Marianna Salzmann über die dramatischen Unterschiede beim Schreiben von Theaterstücken und Romanen, wünscht sich, die queere Literatur aus ihrer Nische zu holen und erzählt, warum sie jetzt erst ihre Großeltern nach ihrer Liebesgeschichte gefragt hat.

Lesungen

Buchpremiere am 16.09. um 20.30 Uhr im Studio ß am Maxim Gorki Theater, anschließend Party mit DJ-Queen Sivi Wonder.

Lesung am 19.09. um 20.00 Uhr in der Autorenbuchhandlung am Savignyplatz, Gespräch mit ihrer Lektorin Doris Plöschberger.

Zur Person

Sasha Marianna Salzmann wurde 1985 in Wolgograd geboren und kam als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist Hausautorin am Berliner Maxim Gorki Theater, hat das Studio ß mitgegründet und hat für ihre Theaterstücke wie "Muttermale Fenster Blau" oder "Muttersprache Mameloschn" bereits zahlreiche Preise bekommen. "Außer sich" ist ihr erster Roman und steht in diesem Jahr auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, der am 9. Oktober vergeben wird.