Filmplakat "Le cercle rouge"; © picture alliance / Everett Collection
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- Der Pate des französischen Kinos

Jean-Pierre Melville zum 100. Geburtstag

Von Gerhard Midding

Sein Kino ist der Inbegriff der Präzision: Jede Geste ist genau kalkuliert, jeder Schnitt sitzt, keine Einstellung hätte besser gedreht werden können und es gibt keinen Dialog zu viel. In seinen Kriminalfilmen erzählt der Regisseur Jean-Pierre Melville vom Ehrenkodex der Unterwelt und der inneren Verwandtschaft von Gangster und Polizist. Er verwandelt archetypische Figuren in unvergessliche Charaktere.

Sein filmischer Kosmos ist geprägt durch amerikanisches Genrekino und Erfahrungen während der deutschen Besatzung. Der große Außenseiter des französischen Kinos war Vorbild der Nouvelle Vague und wird heute verehrt von Regisseuren wie Volker Schlöndorff und Quentin Tarantino.