Oktoberrevolution: Erstes Schützenregiment der Bolschewiki unbewaffnet auf einer Parade in Petrograd (Sankt Petersburg); Foto: © imago/Russian Look

- Utopia und Terror

Die zerstörten Hoffnungen der Oktoberrevolution

Von Jürgen Buch

Die Hoffnungen der Intelligenz auf eine "Neue Zeit" in Russland waren groß. Doch sie wurden bald im Blutrausch, der auf den Roten Oktober folgte, erstickt. Der erste Dichter, der erschossen wurde, war Nikolaj Gumiljow. Dutzende staatlich befohlene Morde an Intellektuellen folgten. Viele verließen das bolschewistische Russland.

Resigniert stellte Andrej Bely im Berliner Exil fest: Die Revolution des Geistes war nicht gekommen. Stattdessen wollten die Bolschewisten die Künstler zu "Ingenieuren der Seele" machen und den "Neuen Menschen" mit Gewalt hervorbringen.