Kirsten Heisig: "Das Ende der Geduld"
Sachbuch - Rechtswissenschaft
Ideologiefrei, kompetent und engagiert schreibt Kirsten Heisig über eines der großen Probleme unserer Zeit, die Jugendkriminalität. Dabei erscheint sie überhaupt nicht als "Richterin Gnadenlos", z. B. wenn sie die schnelle Herauslösung von gefährdeten Kindern aus kriminellen Milieus fordert. In Härtefällen kommen da nur geschlossene Einrichtungen in Betracht.
Konsequent fordert sie auch die Vernetzung von Schule, Jugendämtern und Polizei in der täglichen Zusammenarbeit, nach der Devise "Kinderschutz vor Datenschutz". Am Beispiel Rotterdams hält sie die Möglichkeit für zielführend, auch repressive Maßnahmen ergreifen zu können. Der Griff ins Portemonnaie kann die Entscheidung zum regelmäßigen Schulbesuch erleichtern. Überhaupt ist ihr die Durchsetzung der Schulpflicht vorrangiges Anliegen. Hier liegt sie ganz auf der Linie von Heinz Buschkowsky.
Ganz nebenbei entzaubert sie die jährliche Kriminalstatistik: Weil es weniger Polizisten und damit weniger Polizeistreifen gibt, nimmt die Zahl der "Anzeigen von Amts wegen" ab. Kein Wunder also, wenn die Statistik schöner aussieht als die Realität. Heisigs Forderung: Mehr Stellen für die Polizei!
Kirsten Heisig hat mit ihrem Buch der Politik ein Beispiel für Problemlösungskompetenz gegeben. Es ist ihr Vermächtnis.
Eckhard Stuff, kulturradio
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Stand vom 26.07.2010