Moritz Rinke: "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel"
Roman
Eigentlich hat der junge Kunsthändler gerade genügend eigene Probleme. Die Freundin ist in Barcelona und antwortet nicht auf seine sms, der blinde Maler, den er ausstellt, reüssiert nicht im Kunstbetrieb. Den Hilferuf seiner Mutter kann er trotzdem nicht ignorieren: Sein Elternhaus in Worpswede droht auseinander zu brechen. Weil die dominante Mutter auf Lanzarote bewusstseinserweiternde Kurse gibt, muss er hin und wird dort nicht nur mit dem "Grundbruch" des Hauses konfrontiert, sondern mit einer Familiengeschichte, die sich als ebenso brüchig erweist wie viele andere vermeintlich wahre Geschichten aus und in der Künstlerkolonie.
Der Dramatiker Moritz Rinke, der in Worpswede aufgewachsen ist, entwirft in seinem Romandebüt nicht nur auf höchst unterhaltsame und kluge Weise einen historischen Bilderbogen aus dem berühmten Dorf im Norden, er variiert auch voller Fabulierlust die alten Motive neu: Es geht um Ruhm und Vergänglichkeit, Ehrgeiz und Korruption, um Ideologien und Verblendungen und nicht zuletzt um die Liebe und den Hass.
Manuela Reichart, kulturradio
Stand vom 04.03.2010