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Buch, 16.03.2010

Rolf Schneider: Fürst Pückler in Branitz; Montage: rbb

Rolf Schneider: "Fürst Pückler in Branitz"

Sachbuch - Gartenarchitektur

In einer Art literarischem Plauderton erzählt Rolf Schneider über den Ort Branitz, über den Fürsten Pückler und seinen Park. Das liest sich gleichermaßen leicht wie spannungsvoll, auch wenn man schon eine Menge über das Thema weiß. Schneider hat das Vermögen, historische Zusammenhänge auf die für dieses Thema wesentlichen Dinge herunter zu brechen und in relativ knapper, aber sprachlich ausgereifter Form zu erzählen. Das zeigt schon die Art, wie er sich dem Menschen Pückler nähert, wie er die wichtigen Punkte seines 86-jährigen Lebens in fünf kleine Kapitel gegliedert darstellt: die familiären Hintergründe, einige seiner legendären Frauengeschichten, sein Buch Briefe eines Verstorbenen, das eine Zeit lang seine Geldsorgen vergessen lässt, dann natürlich die Afrika-Reise und die auf dem Sklavenmarkt gekaufte und dann mitgebrachte junge Frau Machbuba wie ganz besonders seine Leidenschaft für die Gartenkunst.

Auf ein paar wenigen Seiten
fügt Schneider eine kurze Geschichte der Gartenkunst ein und erzählt, wie sich mit der bürgerlichen Revolution in England ein Stilwechsel vom streng symmetrischen Barockgarten zum Landschaftsgarten vollzog, und wie nach diesem Vorbild ja eigentlich nur wenige deutsche Landschaftsgestalter heute noch prominente Parkanlagen im englischen Stil schufen, darunter eben Hermann von Pückler-Muskau die Parks in Muskau und Branitz.

Und schließlich zieht uns Schneider hinein in Pücklers Situation des Jahres 1845: Der Fürst ist 60 Jahre alt und muss sein Anwesen in Muskau verkaufen, um die angehäuften Schulden abzutragen. Es bleibt ihm noch sein Erbe väterlicherseits in Branitz, das er beziehen kann und dessen Park er in seinen noch verbleibenden 26 Lebensjahren so gestaltet, dass genau dieser Park Branitz wohl sein schönster und vollkommenster genannt werden kann. Nach welchen Grundsätzen und Prinzipien, mit welchen zeitweiligen Schwierigkeiten, und auch mit welchen Erfolgen Pückler dies meistert – auch das beschreibt Rolf Schneider sehr anschaulich.

Die gesamte Gestaltung
des Buches ist vorbildlich. Sie stammt übrigens, wie auch die Fotos, von Therese Schneider, der Tochter von Rolf Schneider. Einige Fotos und die Abbildungen befinden sich im Fließtext des Buches, quasi zur Illustration. Ganz am Ende gibt es noch mal eine eigenständige, fast 30-seitige Fotostrecke, darunter sehr schöne, atmosphärisch gelungene Fotografien des Parks genauso wie einiger Details. Natürlich könnte man sich die Bilder auch großformatiger vorstellen. Ich verstehe das Buch aber als kleine und handliche Aufforderung, schöneres Wetter vorausgesetzt, alsbald mal wieder durch den Branitzer Park zu spazieren, natürlich nicht ohne vorher dieses Buch gelesen zu haben.
Danuta Görnandt, kulturradio

Bewertung:

Stand vom 16.03.2010

Mehr Informationen zum Thema:

Rolf Schneider
"Fürst Pückler in Branitz"
Mit Fotografien von Therese Schneider
Bebra Verlag, Berlin 2009
ISBN 978-3-86124-641-1
Gebunden, 80 Seiten, 69 farbige Abb.
9,95 Euro