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Fünf kurze Erzählungen, wie hingetupft und doch nicht ohne tieferen Grund: Der Altmeister Siegfried Lenz umkreist noch einmal seine alten Themen. Wie kann der Mensch trotz aller Konflikte in der Welt mit seinen Mitmenschen leben, welche Wege führen zu Versöhnlichkeit und Freundlichkeit?
Irgendwo zwischen Parabel und Märchen sind diese Erzählungen angesiedelt, wie z.B. die Titelerzählung Die Maske: Am Strand einer kleinen Nordseeinsel finden die Einwohner einen angespülten Container, in dem sich chinesische Tiermasken befinden. Sie probieren die Masken an – und werden andere, sehen sich in einem neuen Licht, erkennen sich und andere in ihrem wirklichen Wesen. Und bleiben nach der Demaskierung enttäuscht und deprimiert zurück.
Unspektakulär und liebenswürdig altmodisch (in diesen Erzählungen gibt es noch wortkarge Leuchtturmwärter und kernige Inselwirte) erzählt Lenz von den alten Fragen menschlicher Existenz. Das Richtige für einen langen Winterabend oder für einen stillen Nachmittag am Wochenende.
Claus-Ulrich Bielefeld, kulturradio