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Vahrenholt und Lüning haben festgestellt, dass die globale Mitteltemperatur seit 1998 nicht mehr angestiegen ist. Der Anstieg von 1977 bis 2000 betrug 0,5 °C. Der Weltklimarat hatte anschließend eine weitere Erwärmung um 0,2°C bis 2010 erwartet. Die blieb aus.
Gewichtung der Ursachen
Klar ist, dass für die globale Erwärmung zwei unterschiedliche Ursachen verantwortlich sind: die von Menschen gemachten (insbesondere der CO2-Anstieg) und die natürlichen (Ozeanströmungen und vor allem die Sonne). Unklar ist, wie die Gewichtung der Ursachen richtig vorzunehmen ist. Während der Weltklimarat und die Mehrheit der Klimaforscher eine weit überwiegende Rolle der von Menschen gemachten Ursachen (CO2) ausmachen, sagen Vahrenholt und Lüning, die natürlichen Faktoren, insbesondere die Sonne und die Sonnenzyklen, müssen stärker als bisher gewichtet werden. So kommen sie zu ihrer zentralen These:
"Wir sind weit davon entfernt, zu behaupten, dass CO2 keinen Einfluss auf das heutige Klimageschehen hätte. Jedoch können wir zeigen, dass mindestens die Hälfte der Erwärmung der letzten vierzig Jahre dem Einfluss der Sonne sowie zyklischen ozeanischen Oszillationen der Weltmeere geschuldet ist. CO2 könnte für die andere Hälfte der Erwärmung verantwortlich sein, möglicherweise ist der Anteil aber sogar noch geringer."
Damit haben sie bei der Mehrheit der Klimaforscher und dem publizistischen Anhang einen Sturm der Entrüstung entfacht. Leider ist es wie häufig in solchen Fällen: Man redet und schreibt übereinander und selten miteinander. Das Thema ist aber aufgrund der energiepolitischen Folgen so wichtig, dass wir einen ernsthaften Dialog von Klimalobby und Klimaskeptikern brauchen. Es geht um viel Geld. Unser Geld und das unserer Kinder und Enkel.
Warm anziehen
Vahrenholt und Lüning, die beide bei RWE arbeiten, haben sich in ihrem Buch Verstärkung an Bord geholt. Die Professoren Shaviv (Hebrew University), Scafetta (Duke University), Svensmark (Danish National Space Institute) und Weber (TU Dortmund) unterstützen die Kernthese mit ihren Gastbeiträgen. Überhaupt bleibt anzumerken, dass die Diskussion in den USA mittlerweile anders zu verlaufen scheint. Dort wächst die Zahl der Klimaskeptiker auch in der Wissenschaft. Zuletzt haben sich im Wall Street Journal vom 27. Januar 2012 16 Wissenschaftler unter dem Titel No Need to Panic About Global Warming zu Wort gemeldet.
Sollte eine Erwärmung auch in den nächsten Jahren ausbleiben, werden sich viele Klimaforscher und der Weltklimarat allerdings warm anziehen müssen! Und Politiker, die ausgerechnet im Sonnenland Deutschland vorwiegend auf Solarenergie setzen und unser Land mit unserem Geld in ein technologisches Museum für das Jahr 2030 verwandeln, ebenfalls!
Eckhard Stuff, kulturradio