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T.C. Boyle ist der Jonathan Swift der USA. Lustvoll dekonstruiert er in seinen Erzählungen und Romanen den American way of life. In seinem neuen Roman schildert er den Kampf zweier Umweltschutz-Gruppen, die einander heftig befehden. Die eine Gruppe will alle invasiven Tierarten von zwei Inseln vor der kalifornischen Küste entfernen – und sei es durch Massentötungen. Die andere Gruppe kämpft für die eingewanderten oder vom Menschen eingeschleppten Tiere, denn schließlich habe jedes Lebewesen ein Existenzrecht.
Wie gewohnt schlägt Boyle satirische Funken aus dem Stoff, erzählt von Eitelkeit, Dummheit, Wahn, Verblendung, Aggression und Paranoia, die sich hinter dem Banner der Moral und des guten Willens verstecken. Und wen wundert's: Der größte Schädling auf Erden ist der Mensch.
Ein unterhaltsames Lehrstück mit viel Situationskomik und scharfer Personenzeichnung. Allerdings gibt sich der Autor manchmal allzu sehr der Lust am detailreichen, ausufernden Erzählen hin. Dann vermisst man den Biss, das Boshafte und Zynische von Boyles Erzählungen, die schneller auf den (wunden) Punkt kommen.
Claus-Ulrich Bielefeld, kulturradio