Tschingis Aitmatow: Dshamilja; Montage: rbb
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Zum Wiederlesen empfohlen - Tschingis Aitmatow: "Dshamilja"

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Der Kirgise Tschingis Aitmatow (1928-2008) brachte es bis zum Botschafter der Sowjetunion. Bekannt aber ist er auf der ganzen Welt als Verfasser eines kleinen Buches geworden.

Es war die Abschlussarbeit des 30-jährigen am Moskauer Literaturinstitut. Erzählt wird darin die Geschichte einer Liebe in einem kirgisischen Dorf im Kriegsjahr 1943. Dshamilja ist jung verheiratet worden, wie es der Brauch ist, ihr Mann ist als Soldat im Krieg. Ihr junger Schwager Seit wird Zeuge, wie sie sich während der Erntezeit in den verschlossenen Kriegsheimkehrer Danijar verliebt.

Und Danijar, der kaum je spricht, umwirbt sie mit seinem Gesang. Seine Lieder feiern die Schönheit dieser Landschaft, den wilden Fluss, die Berge, die weite Steppe, das Licht und die Nacht. Und so, wie Danijar singt, schreibt auch Aitmatow selbst: eine Hymne an das Land seiner Herkunft.

Tschingis Aitmatow; © Jutta Schwöbel
© Jutta Schwöbel

Zum Glück

Das Buch erschien 1958, übersetzt ins Russische, und brachte Aitmatow nicht nur einen gewissen Ruhm ein, sondern auch die Schelte von Funktionären des sowjetischen Schriftstellerverbandes. Schließlich ging es hier um moralisches Fehlverhalten einer Frau, und das entsprach ganz und gar nicht der Vorbildfunktion sozialistischer Literatur.

Aitmatow aber hatte einflussreiche Fürsprecher – zum Glück für die vielen hingerissenen Leser dieses wunderschönen, stürmischen Jugendwerks.

Katharina Döbler, kulturradio

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