Joachim Nölte: Seenland Ruppin; Montage: rbb
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Sachbuch - Joachim Nölte: "Seenland Ruppin. Ein Wegbegleiter"

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Es geht um Brandenburgs Norden: ganze Seenketten sind hier zu entdecken. Das muss man natürlich vor Ort machen, aber dieses kleine Buch hilft ungemein bei der Planung.

Das Ruppiner Land nämlich nennt sich nicht nur Seenland, weil hier die meisten Gewässer in Brandenburg zu finden sind. Es sind dies auch die klarsten und saubersten. Der Stechlinsee, der Tornowsee und die vielen anderen – es sind Hinterlassenschaften der Eiszeit und das verhilft ihnen zu diesem Spitzenplatz.

Das Buch hat alles, was einen guten Gefährten ausmacht: Ein Wegbegleiter sollte sich zunächst mal gut auskennen, ganz klar. Er sollte Hintergrundwissen haben und es nach Möglichkeit in unterhaltsamer Form darbieten. Er sollte seine Eindrücke plastisch schildern und Lust machen, selbst etwas zu entdecken. Und natürlich sollte er schwärmen für die beschriebenen Landschaften und Orte, aber doch bitte ohne Übertreibung – damit man sich auf die Tipps auch verlassen kann. Und genau das leistet das Buch und ist damit ein guter Wegbegleiter.

Geschrieben wurde es von Joachim Nölte. Und der ist auch ein sehr erfahrener Wegbegleiter, weil er für den Verlag Edition Terra schon eine ganze Serie dieser Bücher konzipiert und verfasst hat: zur Uckermark, zum Barnim, der Prignitz, Havelland, Potsdam – die alle sind schon erschienen in der Wegbegleiter-Reihe und das teilweise schon in der 3. Auflage.

Nun also das jüngste dieser Bücher, das Seenland Ruppin. Es gibt fünf größere Kapitel für die einzelnen Regionen: die Stadt Neuruppin, die Ruppiner Schweiz, den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Rheinsberg und seine Seen und das Rhinluch.

Betrachten wir das Kapitel über den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Es beginnt mit dem Wichtigsten: einer Übersichtskarte, Informationen über die Anfahrt mit Rad, Bahn oder Auto. Als nächstes stehen dort die Top 10, also Dinge, die man nicht verpassen sollte. In diesem Fall gehört Baden im Stechlinsee dazu, ein Blick in die Maulbeerallee von Zernikow, ein Besuch in der Strittmatter-Gedenkstätte in Dollgow. Aber auch ein Führung durch das alte Atomkraftwerk Rheinsberg. Damit ist schon mal das ganze Spektrum angeschnitten.

Und dann wird das im Einzelnen aufgeblättert: der Stechlinsee in Neuglobsow, Fontanes Roman spielt eine Rolle. Aber auch die Fontane-Maräne, ein im See lebender Fisch, streng geschützt, in Tiefen von 20 bis 60 Metern lebend, nach dem Schriftsteller benannt und nur 10 cm groß – und damit viel kleiner als die Kleine Maräne mit 25 cm.

Zwischendurch erfährt man etwas über historische Persönlichkeiten, wie die "Weiße Frau von Globsow" Johanna Louise Pirl, die im 18. Jahrhundert ein kleines Glasmacherimperium am Stechlin führte und als erste Unternehmerin in Brandenburg gilt. Darüber hinaus sind kleine Abstecher beschrieben und warum sich der Weg dorthin lohnt: so z.B. nach Zernikow zu der dortigen berühmten Maulbeerallee mit annähernd 70 knorrigen Bäumen, die einst der Seidenproduktion dienten.

Die gewählten Fortbewegungsmittel überlässt der Wegbegleiter jedem selbst. Es gibt ausgewiesene Radwege, es gibt Hinweise für Kanufreunde, in den Orten wird man auch zu Fuß unterwegs sein – da kann jeder seine eigenen Grenzen und Möglichkeiten ausloten.

In jedem Falle noch zu erwähnen ist die Gestaltung des Buches mit sehr vielen Fotografien, mit kleineren und größeren Orientierungskarten, mit Grafiken, allerlei Adressen sowie in kleine Informationskästen verpackten Anekdoten bzw. Verweisen auf ganz besondere Orte, Pflanzen oder Personen.

Danuta Görnandt, kulturradio

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