Caroline Lüderssen: Eine Kathedrale der Musik © Prestel
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Musikbuch - Caroline Lüderssen: Eine Kathedrale der Musik

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Vor allem Verdi und Puccini haben den Mailänder Musikverlag Ricordi groß gemacht. Das Archiv des Verlags gehört nun zu Bertelsmann und macht in Buchform Werbung für seine Schätze. Genauso wichtig wie die Archivalien sind dabei die Lücken.

Der 1808 von Giovanni Ricordi gegründete Musikverlag fing zunächst als Notenverleih für Opernhäuser und Theater an, entwickelte sich aber schnell zu einem europäischen Verlagshaus. Über 100 Jahre wurde er nur von der Familie geführt, dann folgte eine Phase der Modernisierung, die später bis hin zum Schlager und zur Neuen Musik führte. Das Archiv versammelt fast 8.000 handschriftliche Partituren, aber auch Libretti, Briefe, Fotos, Bühnenbild- und Kostümentwürfe sowie Plakate.

In diesem unerschöpflichen Fundus lassen sich vor allem die Werke von Verdi und Puccini ergründen. Dokumentiert ist zum Beispiel der Eingriff der Zensur in „La Traviata“. Anrührend ist, wie sich Giulio Ricordi auch persönlich um Puccini kümmerte. Eine große Lücke im Bestand tut sich in den Jahren des Faschismus auf. Der Verlag machte Konzessionen und verstieß seine jüdischen Komponisten. Dass diese Lücke nicht verschwiegen, sondern als Aufforderung zu weiteren Forschungen verstanden wird, ist ein Verdienst des Buches. Hauptsächlich lädt es aber zum glanzvollen Schwelgen in der Blüte der italienischen Oper ein.

Dirk Hühner, kulturradio

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