Claus Probst: Die Jagd; Montage: rbb
S. Fischer
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Thriller - Claus Probst: "Die Jagd"

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Am falschen Ort ist Jonas Keller, ein junger Anwalt. Er wird Zeuge eines Doppelmordes – ein Mafiaboss erschießt seine Geliebte und ihren Liebhaber.

Keller landet im Zeugenschutzprogramm, dennoch gibt es einen Anschlag auf ihn, den er zwar übersteht – aber jetzt traut er keinem mehr. Also taucht er unter. Wechselt seine Standorte. Lebt ein anderes Leben. Und er entwickelt erstaunliche Fähigkeiten, um sein Leben zu schützen und seine Gegner auszuschalten.

Claus Probst entwickelt den Thriller konsequent als "Ich-Erzählung" aus der Perspektive von Jonas Keller. Die Handlung beginnt kurz vor dem Finale und wird dann von ihm in Rückblenden erzählt. Wie ein Roadmovie entfesselt sich eine actionreiche und rasante Verfolgungsjagd durch Europa. Stets sieht sich Keller bedroht und schaltet seine Feinde aus.

Spannung wird auch durch die Wandlung der Hauptperson vom Gejagten zum Jäger gehalten. Schon der Schritt ins Zeugenschutzprogramm ist ein Schritt in ein anderes Leben. Und mit dem Untertauchen geht Keller weitere Schritte, entwickelt seine Fähigkeiten und Instinkte, Überlebens- und Jagdinstinkte.

Es gelingt Claus Probst die Figur Jonas Keller durchgehend sympathisch zu halten, obwohl er sich vom harmlosen, "leicht übergewichtigen Langweiler" zum aggressiven Jäger entwickelt. Und zum Zyniker: "In meinem Leben sind sämtliche Garantien längst abgelaufen. Alle gleichzeitig. Innerhalb einer einzigen Sekunde. Die Wahrheit ist: Dem Leben ist nicht zu trauen. Das Leben ist eine hinterlistige Schlampe. Aber es hat mir wenigstens die Augen geöffnet."

Eckhard Stuff, kulturradio

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