Norbert F. Pötzl: "Casablanca 1943"; © Montage: rbb
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Sachbuch - Norbert F. Pötzl: "Casablanca 1943"

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Casablanca - 1943 wird die Stadt zum Mythos. Norbert F. Pötzl verbindet in seinem Buch die Geschichte des Hollywood-Klassikers mit den Kriegsereigneissen. Eine Rezension von Eckhard Stuff.

Die Filmhandlung von "Casablanca" spielt Anfang Dezember 1941, wenige Tage vor Pearl Harbor und dem Kriegseintritt der USA. Gedreht wurde im Sommer 1942, die Premiere war vor 75 Jahren, am 26. November 1942 in New York, und die Konferenz tagte geheim im Januar 1943. Mittlerweile hatte der Weltkrieg eine Wende genommen: Die Landung der Westalliierten in Nordafrika, Stalingrad, und auch im Pazifik waren die Japaner inzwischen auf dem Rückzug. Diese Fakten verbindet Norbert Pötzl in seinem Buch.

Der Mythos Casablanca

Pötzl beginnt mit der Vorführung des Films am Silvesterabend 1942 im Weißen Haus. Anschließend informiert er ausführlich über die Entstehungsgeschichte und die Produktionshintergründe von "Casablanca". Dabei verdeutlicht er die Verbindungen
von Film und Politik. Dann kommt der zeitgeschichtliche Teil, in dem Pötzl die Hauptakteure der Konferenz von Casablanca, Roosevelt, Churchill und de Gaulle ebenso in eigenen Kapiteln vorstellt wie anschließend den Konferenzverlauf nachvollzieht.

Schließlich geht es wieder um den Film und seine Aufnahme beim amerikanischen Publikum. Nach der Premiere in New York lief der Film erst nach dem Ende der Konferenz landesweit. Durch die dann bekanntgewordene Konferenz und die dort aufgestellte politische Forderung nach bedingungsloser Kapitulation der Achsenmächte erhielt der Film also eine größere Bedeutung. Der Mythos Casablanca war geboren. Der Werbeslogan der Warner-Brothers lautete dann auch: "Hat es je einen aktuelleren Film gegeben?"

Kampf für die gute Sache

Ohne Zweifel hatte der Film eine politische Funktion, war ein Propagandafilm - und nicht nur eine Romanze zwischen dem Amerikaner Rick (Humphrey Bogart) und der Norwegerin Ilsa (Ingrid Bergmann). Der Film diente der Unterstützung der amerikanischen Politik und von Präsident Roosevelt, der mit den Warners freundschaftlich verbunden war.

So äußert Rick im Film: "Ich halte für niemanden den Kopf hin." Das war vor Pearl Harbor die Haltung der großen Mehrheit der Amerikaner. Rick erhält die ungewöhnlich deutliche Antwort: "Mein lieber Rick, wann wird Ihnen endlich klar, dass in der Welt von heute der Isolationismus keine zweckmäßige Politik mehr ist?" Und wie die Amerikaner entscheidet sich Rick am Ende, sein privates Interesse zu opfern und für die gute Sache zu kämpfen.

Eckhard Stuff, kulturradio

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Ich war durchaus schon der Meinung, dass ich die meisten guten Bücher zu diesem Thema bereits in der Hand hatte. Aber es ist doch auch schön, wenn es noch Überraschungen gibt.

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