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Schon die ersten vier Noten von Schostakowtischs 1. Cellokonzert sind eine geheime Botschaft: sein Name musikalisch rückwärts gelesen. Sie machen eine lange Geschichte im Verlauf des Stückes durch, die Johannes Moser mit ungeheurer Präsenz, sehr differenziertem Spiel und vollem geistigen Einsatz zu erzählen weiß. Unterstützt wird er dabei sehr präzise und federnd vom Orchester. Ein Ausnahmecellist, dem es nicht nur um sein Instrument geht.
Vassili Sinaisky agiert sehr unauffällig, man kann ihn leicht unterschätzen. Dabei beweisen sich seine Qualitäten im Verlauf der 8. Symphonie. Er legt weite Spannungsbögen an und kann das glänzend aufgelegte RSB in feinster Abstimmung einsetzen. Das Niveau des Orchesters ist bestechend, hier geht es ganz um einen homogenen Klang, um das Gemeinschaftserlebnis. Es ist der Gegenentwurf zu den Berliner Philharmonikern.
Was aber mindestens so wie feinste Pianissimi und sehr gut strukturierte Fortissimi besticht: Hier wird mit heiligem Ernst und mentaler Rückhaltlosigkeit das Beste gegeben. Ein beeindruckender Abend.
Clemens Goldberg, kulturradio