Manfred Honeck © Felix Broede
© Felix Broede | Bild: Felix Broede

Philharmonie Berlin - Die Berliner Philharmoniker unter Manfred Honeck

Bewertung:

Zwischen rauschendem Festklang und magischer Verführung

Manfred Honecks neue "Suite" aus Motiven der Oper Russalka wird sicher sehr populär werden, weil sie nicht als Nummern-Revue sondern in der Art einer Symphonischen Dichtung gestaltet ist. Dazu ist Honeck auch ein idealer Interpret, der zwischen rauschendem Festklang und magischer Verführung berückende Farben aus dem Orchester kitzelt

Liebe, Verführung und Allerseelen-Herbstlichkeit

Geschickt war auch die Zusammenstellung von Orchesterliedern Schuberts (natürlich in späteren Bearbeitungen) und Strauß (vom Komponisten selbst) ineinander verwoben. Auch hier begleitete Honeck Matthias Goerne atmend, sensibel und farbenreich. Goerne selbst setzte in den zwischen Liebe, Verführung und Allerseelen-Herbstlichkeit sich bewegenden Liedern auf Intimität. Sein großes Forte: große Präsenz, natürlich seine zwischen kernig und flötend sich bewegenden Register, Gestaltungswille. Etwas dem Legato zum Opfer fiel  dabei die Sprachverständlichkeit

Beeindruckend

Im Laufe der etwas zu umfangreichen Lieder fielen auch manche Manierismen auf, die immer wieder auftraten, so etwa das immer wieder "Anschieben" einzelner Worte ohne rechte Motivation vom Gehalt her. Trotzdem sehr beeindruckend.

Dvořáks 8. Symphonie schließlich bewies, dass Honeck nicht nur über Sinn für Details verfügt, sondern weite Bögen zu schlagen weiß. Er spornte die Philharmoniker zu einer berauschenden Leistung an.

Clemens Goldberg, kulturradio

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