Akademie für Alte Musik Berlin; © Uwe Arens
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Konzerthaus Berlin - Akademie für Alte Musik Berlin: Eine WinterNachtsMusik

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Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Antonio Salieri, Leopold Mozart

Harmoniemusiken bestehend aus acht Bläsern und Kontrabass waren eine große Mode in Wien am Ende des 18. Jahrhunderts. Hohe Adlige glänzten mit ensprechenden hochkarätigen Ensembles. Sie erfordern allerdings aufeinander eingespielte Spezialisten.

Nicht immer waren die Bläser der Akademie auf diesem hohen Niveau unterwegs, z.B. in der Intonationsgenauigkeit. Die nötige Spielfreude war allemal geboten, z.B. in der  gerade nicht für Harmoniemusik komponierten musikalischen Schlittenfahrt Leopold Mozarts.

Wolfgang Amadeus entwickelte dagegen größten Ehrgeiz bei seiner c-Moll Harmoniemusik. Das ist richtige Konzertmusik von größter emotionaler Tiefe, die auch höchste Virtuosität erfordert (s.o.). Warum es erneut eine wenig überzeugende Bearbeitung von "Ah vous dirai-je maman" sein musste? Es gibt doch so viele Originale!

Freimaurerisch inspiriert die Nachtmusik Antonio Salieris, ein allerdings sehr kurzer Rehabilitationsversuch dieses Verkannten. Schließlich Beethoven, der sich in seiner frühen Harmoniemusik für den Bonner Hof in keiner Weise um die technischen Schwierigkeiten von Bläsern kümmerte und folgerichtig diese Musik später in ein Streichquintett umschrieb. Da mussten sogar virtuose Hornisten wie die der Akademie scheitern.

Clemens Goldberg, kulturradio

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