Marc-André Hamelin; Foto: © Sim Canetty Clarke
Bild: Sim Canetty Clarke

Kammermusiksaal - Marc-André Hamelin

Bewertung:

Klavierabend mit Kompositionen von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Alexander Skrjabin und Frédéric Chopin

Marc-André Hamelin ist ein begnadeter Virtuose: nicht äußerlich, sondern in seinem Farbreichtum, seiner Anschlagskunst, natürlich auch in Kraft und Schnelligkeit. Auf der anderen Seite ist er ein Klangarchitekt, der alles genau zurechtlegt, fast wie Bausteine. Wenig wird dabei von ihm selbst verraten, er tritt ganz hinter die Werke zurück. Die sind mit Geschick kombiniert. So treten die Finalsätze C-Dur-Sonate von Haydn mit Beethoven und Chopin in Beziehung: Man bemerkt die Beschleunigung der industriellen Revolution.

Faszinierend war die klangliche Farb- und Wasserwelt von Samuil Feinstein, der sich als durchscheinendere Version von Skrjabin erweist. Dem fehlt dann doch etwas die mystische Aufladung.

Die Appassionata ist insofern denkwürdig, als hier nicht ein Stück durchlebt wird – wie etwa bei Igor Levit, den man im Publikum sah. Es ist ganz repräsentierte Leidenschaft, die jeder beim Hören für sich anverwandeln kann.

Clemens Goldberg, kulturradio

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