Sir Roger Norrington; © Manfred Esser

Philharmonie Berlin - DSO Berlin unter Roger Norrington

Bewertung:

Ein Genuss - Wäre Norrington etwas jünger, er wäre ein idealer Chef für das DSO.

Roger Norrington braucht nur ganz wenige Zeichen und Bewegungen, um in der 8. Sinfonie des 13jährigen Mozart eine Wunderwelt der Opernbühne beim DSO und bei uns hervorzuzaubern. Blindes Vertrauen zwischen beiden, Vertrautheit mit dem Stil, Transparenz, Freude am Zusammenspiel. Kein Zuckerwatte Mozart, endlich!

Ein Genuss

Norrington setzt sich sehr für die Sinfonien Vaughan-Williams ein. Es sind insulare Stücke, die sich sehr auf die eigene Tradition beziehen, aber handwerklich unglaublich gut gemacht, auch die späte 8. Sinfonie. Im langsamen Satz scheint die Welt elisabethanischer Gamben-Consorts auf, non vibrato. Auch das ein Genuss.

Explosiv

In Beethovens 8. Sinfonie, komprimierte Zeit, von Norrington explosiv freigesetzt. Man glaubt ja immer zu wissen, wie es weiter geht - ist aber dennoch immer neu gepackt und überrascht. In diesem Augenblick scheint es, als könne das Stück, als müsse es so klingen! Wäre Norrington etwas jünger, er wäre ein idealer Chef für das DSO.

Clemens Goldberg, kulturradio

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