Musikclub im Konzerthaus Berlin © Sebastian Runge
© Sebastian Runge | Bild: Sebastian Runge

Konzerthaus Berlin - "Musica Reanimata"

Bewertung:

Der Komponist Berthold Goldschmidt

Es ist schon die 127. Ausgabe einer äußerst verdienstvollen Reihe im Konzerthaus, die verfolgte Komponisten der Nazizeit durch Gespräch und Musik näher bringt. Albrecht Dümling und der Pianist des Abends, Kolja Lessing, ließen Berthold Goldschmidt mit Einblicken in Werk und Leben sehr lebendig werden. Einspielungen aus seinen Opern "Der große Hahnrei" und "Beatrice Cenci" sowie aus seinem eindrucksvollen 2. Streichquartett machten neugierig auf mehr. Man hätte sich etwas mehr live Musik gewünscht, denn die drei Lieder aus dem Londoner Exil (mit dem Bariton Martin Bruns) und die gewollt avantgardistische Klaviersonate waren eher etwas zugespitzte Beispiele von Goldschmidts Schaffen. Ein immer melodisch denkender, vom Bach’schen Kontrapunkt ausgehender Komponist trat uns entgegen, immer bemüht um große Transparenz.

Interessante und berührende Musik

Das Goldschmidt Revival in den 90er Jahren war maßgeblich von Dümling angeregt und lebte vom großen Charisma des schon über 90jährigen Komponisten. Nun ist die entscheidende Phase erreicht, um diese interessante und berührende Musik weiter zu fördern. Der Abend war sicher ein Beitrag, zumal er auch später im Rundfunk nachzuhören sein wird.

Clemens Goldberg, kulturradio

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