Fabien Gabel; Foto: © Gaetan Bernard
Bild: Gaetan Bernard

Philharmonie Berlin - Fabien Gabel dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin

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Fabien Gabel gab gestern sein Debüt beim DSO. Auf dem Programm standen ausschließlich Werke von französischen Komponisten, also aus der Heimat des Dirigenten. Mit dabei war auch der Bratschist Antoine Tamestit.

Die träumerischen Visionen des Manfred bzw. Berlioz werden von der Viola verkörpert – und sind damit keineswegs ein Viola-Konzert. Antoine Tamestit bewegte sich im Orchester oder vor ihm auf einer Traumreise, sehr raffiniert. Er suggeriert, erzählt, verinnerlicht und singt heraus, faszinierend.

Kongenial war ihm Fabien Gabel und das DSO zur Seite, so dass die Verschmelzung im Orgien-Satz sehr überzeugend wurde. Fabien Gabel erwies sich mit oder ohne Taktstock als sehr präziser, inspirierender Dirigent.

Nicht ganz so suggestiv waren dann Debussys "Trois Nocturnes", die Sirenen des RIAS Kammerchors blieben sehr appollinisch. Die Fieberträume Florent Schmitts sind zwar musikalisch sehr verworren, aber gerade darin konnte man sich nach einer erkältungsschweren Nacht gut wiedererkennen.

Wunderbar die tänzerische Poesie in Dukas' "La Peri". Das Orchester bestach durch Licht und Farben und auch durch die Sinnlichkeit und Suggestion, die Debussy etwas gefehlt hatten.

Man möchte Gabel noch oft in Berlin erleben!

Clemens Goldberg, kulturradio

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