Ingo Metzmacher zu Gast im Studio; Foto: gb

Philharmonie Berlin - Ingo Metzmacher und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin

Bewertung:

Das Verhältnis von Ingo Metzmacher zum DSO war nicht immer konfliktfrei...

Heute sind beide sehr gelassen und können als Freunde ohne Zorn musizieren. Metzmachers Stil ist auch durchlässiger, weniger kontrollmanisch als früher. Das kam Stravinskys Ballettmusik sehr zu Gute. Elegant, farbenreich, federnd, und nicht ohne Humor. Denn Apoll kann ja in einem Harem der Musen wählen - um dann sich letztlich für eine Gemeinschaft aller Damen zu votieren.

Metzmacher trägt den Sieg davon

Gewissermaßen eine Versuchsanordnung konnte man im Vergleich von Bruckners Vierter in der Version des zukünftigen Chefs Robin Ticciati mit dem London Philharmonic Orchestra vor einigen Wochen und Metzmachers gestriger bestaunen. Metzmacher trug den klaren Sieg davon, auch wenn man bedenken muss, das das Londoner Orchester sicherlich auch eine andere Spielkultur hat.

Es war aber geradezu frappierend, dass beide Dirigenten eine flüssige, leichte, sehr naturhafte Interpretation anstreben, dabei aber zu gänzlich verschiedenen Resultaten kamen. Bei Ticciati blieb alles im Leichten, kaum binnenstrukturierte Abläufe. Bei Metzmacher und dem DSO war viel mehr los, und trotzdem entwickelte sich alles schlüssig und nachvollziebar.

Im Gegensatz zu Ticciati gelang es Metzmacher, Spannung des Augenblicks und große Linei zu verbinden. Er kennt das Werk eben auswendig!

Clemens Goldberg, kulturradio

Weitere Rezensionen