Alan Gilbert dirigiert die New York Philharmonic; © Chris Lee
Alan Gilbert; © Chris Lee | Bild: Chris Lee

Philharmonie Berlin - Alan Gilbert dirigiert die Berliner Philharmoniker

Bewertung:

John Adams leitete jeweils Bartok und Tschaikowsky ein – eine erstaunlich wirksame Kombination.

"Short Ride in a Fast Machine" nimmt uns mit im Rennwagen, eine motorische Energie. Sie steht der folkloristischen Motorik bei Bartók gegenüber. Keinerlei Jetlag nach der langen Amerika-Tournee war zu spüren, eine Rennfahrt mit höchster Energie und Spielfreude.

Bei "Lollapalooza" regte das Fantasie-Wort den Komponisten zu einem 5-Ton-Motiv an, schon komplexer als im früheren Stück. Unbändige Lebensfreude trat hier in Kontrast zum Weltschmerz Tschaikowskys.

In bester Verfassung

Alan Gilberts sehr klarer, pragmatischer und offener Dirigierstil passte bestens zu Frank-Peter Zimmermann, der mit größter Spielfreude, hoher Virtuosität in einen wachen Dialog mit dem Orchester trat. Die Dauerspannung war allerdings auch im Wege, um einmal ganz stille Momente auszukosten.

Hoch differenziert und mit wachem Gespür ging Gilbert die "Schicksals-Sinfonie" Tschaikowskis an. Kein Kitsch, dafür Zartheit und Auftrumpfen als vergebliche Willensanstrengung. Der finale Triumph ist weitgehend Behauptung, und hier wie auch etwa im pizzicato-Scherzo zeigten sich die Philharmoniker in bester Verfassung.

Solche Orchesterwirkungen macht ihnen so schnell keiner nach.

Clemens Goldberg, kulturradio

Weitere Rezensionen