John Adams © Kai Bienert/Berliner Philharmoniker
Kai Bienert/Berliner Philharmoniker
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Philharmonie Berlin - Die Orchester-Akademie der Berliner Philharmonike unterJohn Adams

Bewertung:

John Adams, Composer in Residence der Philharmoniker, präsentierte drei amerikanische Komponisten, die er für wichtig und bedeutsam hält und die alle drei sich im reichen Feld der Musikgeschichte spielerisch und hemmungslos bedienen.

John Adams leitet engagiert und effizient die Mitglieder der Orchesterakademie.

Naiv, spielerisch, leidlich unterhaltsam

In Andrew Normans "Try" wird Material immer wieder zusammengeballt und gewürfelt, ohne befriedigendes Ergebnis. Erst einige simple Klavierakkorde sollen die "Lösung" sein, die sich durchsetzt. Naiv, spielerisch, leidlich unterhaltsam - das kommt nicht nur beim amerikanischen, sondern auch beim Berliner Publikum sehr gut an

Raffinierter Jazz

Timo Andres ist auch Pianist, und so übernimmt er auch die Solistenrolle in seinem "Blind Banister" (Blindes Geländer) benannten Klavierkonzert. Das klingt nach Improvisation, Jazz, Rachmaninov und whatever. Es bleibt aber auch irgendwie kindlich, mit wenig Stringenz und Originalität. Da ist echter Jazz raffinierter.

Energetisch, kämpferisch

In Osvaldo Golijovs Hommage an Astor Piazzola spielen die hervorragenden Mitglieder der Orchesterakademie ganz cool ohne Dirigenten, jeder spürt offenbar den anderen sehr gut. Das reine Streicherstück ist im schnellen Teil energetisch, kämpferisch und nicht zu nah am Original Piazzola, der langsame Teil ist jedoch eher eine Stilkopie und etwas seicht. Wenn das die Zukunft der amerikanischen Moderne sein soll.

Ein echtes Meisterwerk

Ein unglaublich gut gemachtes, variables, virtuoses Werk tischt uns Adams selbst in der an Schönbergs Vorbild orientierten "Chambers Symphony" auf. Das ist nun ein echtes Meisterwerk des immer noch sehr jung wirkenden fast 70jährigen Komponisten. Virtuos auch die Widergabe durch die jungen Musiker. Hoffentlich entwickelt er etwas mehr Ehrgeiz bei der Auswahl der Komponistenkollegen.

Clemens Goldberg , kulturradio

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