Jordi Savall, Viola da Gamba; Foto: © David Ignaszewski
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Philharmonie Berlin | Kammermusiksaal - Jordi Savall und Hespèrion XXI

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Dank des katalanischen Gambisten hat die Alte Musik der iberischen Halbinsel eine Wiederbelebung erfahren. Gestern standen Werke spanischer Komponisten des 16. und 17. Jahrhunderts auf dem Programm. Aber nicht nur.

Jordi Savall beweist mit seinem Ensemble Hespérion XXI und dem Ensemble Tembembe aus Mexiko aufs Schönste, wie mühelos Improvisationen aus der alten und neuen Welt zusammengehen – auch wenn sie vor 500 Jahren notiert wurden und auf heutige mexikanische Traditionen treffen.

Es war auch ein Plädoyer gegen die Mauern allenthalben. Wer erlebte, wie man beim Improvisieren aufeinander hörte, sich steigerte und sinnlich von Liebe, Verführung und Genuss künden kann, der musste fassungslos werden angesichts der Ängste vor anderen Kulturen.

Eine wunderbare Ergänzung zu den Improvisationen war der Tanz von Donaji Esparza, die mit ihren Hacken mit den Trommeln und anderen Schlagwerken der Musiker wetteiferte. Hier war Tanz einmal eine sehr wertvolle Erweiterung der Musik, nicht nur Illustration.

Nach der Pause ging es gar nach Irland, auch hier wird über uralte Melodien und Tänzen improvisiert. Jordi Savalls Soli zeigten ihn als Ausnahmemusiker, ganz in sich ruhend und doch sprühend vor Phantasie. Die Musik dieses Programms war einmal kein zwanghaftes Crossover, sondern ganz intelligent verknüpft.

Clemens Goldberg, kulturradio

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