Lisa Batiashvili; Foto: © Samy Hart/DG
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Philharmonie Berlin - Konzert zum Jahreswechsel

Bewertung:

Lisa Batiashvili kann beides: technisch mühelos die aberwitzigsten Schwierigkeiten meistern und lyrisch emotional singen, ohne kitschig zu werden.

Keinerlei Routine, jedes Detail differenziert gestaltet. Dabei ein feinfühliges Timing, gelungene Agogik. Daniel Barenboim beherrscht die Partitur auswendig und hat ein offenes Ohr für diese Agogik. Hier treffen sich zwei Seelen in Übereinstimmung. Die Solisten der Staatskapelle glänzen, besonders die Klarinette mit ihrem Klezmer-Anklang.

In Amerika war die Nussknacker-Suite schon immer ein Hit. Kein Wunder also, dass Duke Ellington und Billy Strayhorn sich an eine eigene Jazz-Version wagten. Die ist keineswegs eine leicht verfremdete Geschichte, sondern etwas ganz Eigenständiges. Im Kontrast war das unglaublich anregend, wobei das Zerbrechliche, Künstliche, Gezierte bei Tschaikwoski einer lebensprallen, lustbetonten Version gegenüberstand.

Ansteckend war das offenbar auch für die Staatskapelle, die sich durch die sehr gekonnten Soli der Till Brönner Band angeregt fühlten. Leider hatte Brönner selbst die bescheidensten Soli! Hätte doch Tschaikowski je dieses Lebensgefühl bei Ellington und Strayhorn erleben dürfen. Wir durften, und möge dieses Jahr musikalisch auf so hohem Niveau weitergehen!

Clemens Goldberg, kulturradio

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