Mandelring Quartett; Foto: Uwe Arens
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Philharmonie Berlin - Mandelring Quartett

Bewertung:

Die Interpretation des Quartetts verschlägt einem schier den Atem, aber ...

Schuberts Quartettsatz c-Moll ist ein experimentelles, extremes, zerrissenes Stück. Die Interpretation des Mandelring Quartetts richtet sich ganz nach innen, bleibt vollkommen in der inneren Nervosität und Anspannung, alles bei perfektem Zusammenspiel. Die herausgehobene Rolle des Primarius bleibt auch verhalten, manchmal auch intonationsgefährdert. Insgesamt bleibt jedoch der Eindruck eines nicht recht Wohlfühlens mit der Musik.

Packend und intensiv

Keine Drama der Einsamkeit, sondern ein Liebesdrama zwischen Alban Berg und Hanna Fuchs spielt sich in seiner Lyrischen Suite ab. Wieder spielt das Quartett in fantastischer Ausleuchtung der hoch virtuosen Partitur, beklemmend das Flüstern des dritten Satzes, glühend die Liebesnacht. Und doch bleiben einem die Liebenden irgendwie fremd, bei aller Faszination.

Schuberts G-Dur Quartett ist ein Zeugnis des Mutes, nach dem Blick in die Hölle weiter zu leben. Noch extremer sind hier die Kontraste. Die Interpretation des Quartetts verschlägt einem schier den Atem, so packend und intensiv, so in einem Atem und mit großer Innerer Intensität wird hier gespielt. Und doch auch hier: es bleibt die leichte Irritation, warum einem dieser Schubert nicht wie sonst gewohnt zu Herzen gehen will.

Clemens Goldberg , kulturradio

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