Max Emanuel Cencic © Anna Hoffmann
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Konzerthaus Berlin - Ein Abend mit Max Emanuel Cencic

Wenn der Star des Abends starke Migräne hat, deshalb mit geschlossenen Augen singen muss, kann man nur bewundern, dass er zu dieser Leistung fähig war. Eine wirkliche Beurteilung verbietet sich dann aber auch. Einige allgemeine Beobachtungen bleiben.

Ein mit großer Stimme begnadeter Countertenor in einem kleinen Saal, ein Orchesterpart mit Konzertflügel, ein Sopranrepertoire mit Countertenor bleiben sehr problematisch. So ist man Max Emanuel Cencic zwar nah, aber auch zu nah. Megumi Otsuka greift beherzt in die Tasten, durchaus differenziert, aber eben doch auch begrenzt. Auch in ihren Solo-Beiträgen (Mozart, Chopin) ist alles Musikantisch, aber auch nicht übermäßg subtil oder raffiniert.

Sehr überzeugend sind die Mezzosopranpartien Rossinis, die Männer verkörpern, wenn Sie von einem so virtuosen Countertenor wie Cencic interpretiert werden. Die Aberwitzigen Fiorituren, die man Männern offenbar im 19. Jh. nicht zutraute, sind bei ihm (Einschränkungen siehe oben) sehr gut aufgehoben. Die Musik gewann die Oberhand über das Störfeuer der Migräne.

Deshalb also keine Ks, und der Wunsch, ihn bald in der Donna del Lago auf der Bühne eines Opernhauses zu erleben.

Clemens Goldberg, kulturradio

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