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Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal - "Carte Blanche"

Bewertung:

Stipendiaten der Orchester-Akademie

Wann hat man schon einmal Gelegenheit, ein Schlagzeugduo, eine Bach-Sonate mit Cembalo, eine Strauß Violinsonate, ein Posaunenkonzert (allerdings mit Klavierbegleitung) und ein zeitgenössisches Werk für Klarinette solo in einem Konzert zu hören? und das auch noch kostenlos? Da nimmt schon einmal eine etwas chaotische Programmumgestaltung mit noch chaotischerer Ansage in Kauf und auch, dass das alles fast 2 Stunden ohne Unterbrechung dauert.

Viel Spaß mit Präzision

Diejenigen, die zu früh satt waren, verpassten allerdings das Beste: Den hinreißenden, hoch virtuos spielenden, souveränen Klarinettisten Daniel Hochstörer mit zwei auch sehr unterhaltsamen Stücken von Franco Donatoni.

Ebenfalls ein Hihlight das Schlagzeugduo Peter Fleckenstein-Xizi Wang, die unheimlich viel Spaß mit Präzision verbanden. Leichter Vorteil für Wang. Äußerst klangschön und hervorragend gestaltet das Flötensolo von C. P. E. Bach mit Upama Muckensturm. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Fach auch riesig. Trotzdem Empfehlung für ein gutes Orchester! Auch das Posaunenkonzert mit Rocco Rescigno und der ausgezeichneten Pianisten Saori Tomidokoro (der Komponist ist in der Anmoderation zu schnell verrauscht, das Stück stand neu auf dem Programm….) ließ mindestens auf eine orchestrale Umsetzung in der Zukunft hoffen.

Ein spannender, unterhaltsamer Vorabend

Erstaunlich, dass beide Geiger des Abends mit Intonationsproblemen zu kämpfen hatten, beide gestalterisch noch viel Luft nach oben hatten: Johanna Schreiber mit Bach und Alican Süner mit Strauß. Ein Sonderlob für Yukako Morikawa beim Strauß, sie besaß alles, was dem Violinisten noch fehlte. Insgesamt ein spannender, unterhaltsamer Vorabend.

Clemens Goldberg, kulturradio

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