Dmitrij Kitajenko; Foto: Gert Mothes; © Dmitrij Kitajenko
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Konzerthaus Berlin - Konzerthausorchester Berlin unter Dmitrij Kitajenko

Bewertung:

Erotik und Walzerseligkeit: In der Kurzfassung des "Rosenkavaliers" kamen die berühmten Klangfarben des Konzerthausorchesters zum Vorschein.

Schostakowitschs Erstling bietet viel von der Atmosphäre seiner Erfahrung als Stummfilmpianist. Viel Slapstick, Clownerien, Szenerien. Immer bleibt auch eine Distanz, etwas merkwürdig Verstelltes. Dmitrij Kitajenko dirigiert wie immer souverän, kenntnisreich und ohne Firlefanz. Dabei hätte man sich in den ersten Sätzen etwas stärkere Extreme gewünscht, auch mehr energetische Aufladung anstatt eleganter Gelassenheit. Emotionale Dichte erreichte die Interpretation dann am Schluss.

Ungeheure, eigentlich nicht vermittelbare Gegensätze bietet Prokofjews 1. Violinkonzert. Einerseits modernistische Maschinenmusik mit viel Tempo, andererseits nostalgische Sentimentalität. Auch hier hat man nie das Gefühl, dem Komponisten ganz nah zu kommen. Faszinierend beredt, musikalisch präsent und virtuos aus dem Handgelenk faszinierte Sergej Krylov als Solist. Kitajenko steuerte die wunderbare Farbpalette mit dem Orchester bei, auch untergründige Dichte.

Am meisten lag dem Dirigenten und dem Orchester aber hörbar die orchestrale Kurzfassung des "Rosenkavaliers". Die berühmten Klangfarben des Konzerthausorchesters wurden lustvoll, aber durchaus auch sehr differenziert zur Suggestion von Bühne, Erotik und Walzerseligkeit.

Clemens Goldberg, kulturradio

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